Durch den vom neuen Stadtteil Freiham (ca. 25–30.000 Einwohner, 7.500–15.000 Arbeitsplätze) induzierten Verkehr droht Aubing vom Verkehr überrollt zu werden.
Kernpunkt der Debatte ist die geplante Anbindung Freihams nach Norden von der Aubinger Allee zur Georg-Böhmer-Straße und Weiterführung über Aubing:
- Anbindung mittels der sogenannten Variante 6
- Geplant sind ca. 10.500 Kfz-Fahrten täglich zusätzlich durch / an Aubing vorbei.
- Gleichzeitig wird die A99 im Bereich Aubinger Tunnel sechsspurig ausgebaut – mit Auswirkungen auf Landschaftspark, Lärmschutz und Kaltluft.
- Ein den Stadbezirk übergreifendes Verkehrs-/ Moblitätskonzept ist nicht erkennbar.
Die Bürger haben den Eindruck: Es wird über Aubing geplant, aber nicht mit Aubing.
Drohende Verkehrslawine durch Aubing
- Laut der „Obermeyer Studie“ sollen tausende von KFZ-Fahrten aus/nach Freiham über Aubing abgewickelt werden.
- Die diskutierten Varianten führen Verkehr:
- über Georg-Böhmer-Straße, Altostraße, Eichenauer Straße, Gilchinger/Wildenrother Straße,
- nahe an Schulen, Kindergärten und engen 30er-Zonen vorbei.
- Statt die A99 als „Umgehungsstraße für den 22ten (so das Versprechen beim Bau der A99 West) zu nutzen, würden parallele Straßen quasi zur „zweiten Autobahn“ direkt durch Wohngebiete.
Die Befürchtung: Stau, Lärm, Abgase, Gefährdung von Schulkindern – mitten im Dorfkern.
Verkehrswende nur auf dem Papier
Im 22. Stadtbezirk werden heute 47% der Fahrten dem KFZ zurückgelegt.
Geplant ist Freiham „autoarm“. „Stadt der kurzen Wege“ als Prinzip. Die Praxis sieht anders aus:
- Stellplatzschlüssel 0.80, 0.5… Parkplätze/Stellplätze je Wohnung → die neuen BewohnerInnen kommen jedoch mit tausenden von Autos in den neuen Stadtteil. Auch „Handwerkerautos“ benötigen Stellplätze und verursachen Verkehr..
- 15.000 neue Arbeitsplätze in Freiham bedeuten zusätzlichen Quell- und Zielverkehr, der sicher nicht komplett per Fahrrad/ÖPNV abgewickelt wird.
Für Freiham wurde ein modernes Mobilitätskonzept entwickelt– das wirk aber nur innerhalb Freihams. Die Auswirkungen der Aufsiedlung auf die umliegenden Quartiere und darüber hinaus wurden und werden nicht wirklich mitgedacht.
ÖPNV: Zukunfts-Versprechungen statt zeitgerechte Bereitstellung
- S4-Ausbau: Dafür wurde in 2025 die Vorplanung begonnen. Realierung – offen
- U5-Verlängerung nach Freiham: Vorhaltemaßnahme für Endhaltestelle im Bau. Finanzierung völlig offen. Fertigstellung in den !2040er! Jahren.
- Buslinien werden permanent erweitert, stoßen jedoch jetzt schon an Grenzen. Die geplante Schnellbuslinie zur U-Bahn wurde aus der Planung benommen da nicht machbar.
Trotzdem werden bereits weitere Bauabschnitte geplant, ohne dass leistungsfähiger ÖPNV vorher bereitsteht.
A99-Ausbau
- Die A99 soll zwischen Kreuz Südwest und Aubinger Tunnel sechsspurig ausgebaut werden.
- Gleichzeitig würde mit der Variante 6 eine Autobahnumgehung geschaffen die es möglich macht z.B. in Stausituationen über die Autobahn-Anschlussstelle (AS) Freiham Mitte (in Planung), die Aubinger Allee und die Variante 6 durch Aubing zur Anschlusstelle Lochhausen zu kommen. Selbstverständlich auch auf gleichem Weg von der AS Lochhausen zur AS Freiham Mitte. Ebenso einfach wäre es möglich bei Staus auf der Bodenseestraße auf selbigem Weg über Obermenzing zur Innenstadt zu kommen.
Wir kennen alle die Rush Hour Situation rund um Aubinger- und Allacher Tunnel. Mit den derzeitigen Konzepten landet der Durchgangsverkehr in den umliegenden Quartieren.
“ Bürgerbeteiligung“
- Bürgerworkshops finden statt, aber:
- oft mit fertigen Varianten (6 & 7) statt offener Ideensuche,
- wenig Zeit zur Vorbereitung,
- begrenzte Plätze, „Abnick-Veranstaltungen“.
Eindruck der BürgerInnen:
„Wir dürfen kommentieren, aber nicht wirklich mitentscheiden.“
Die Menschen vor Ort nehmen wahr:
- Heute schon hoher Durchgangsverkehr durch den 22. Stadtbezirk
- Schleichverkehr/Umgehungsverkehr, wenn A99/Bodenseestraße… überlastet sind.
- Enge Straßen, viel Parkdruck, ÖPNV, der an Grenzen stößt.
Zuallerst ein ideologiefreies, umfassendes und realisierbares Verkehrs-/Mobilitätskonzept mindestens für den 22. Stadtbezirk, besser für den gesamten Münchner Westen.
- Keinen zusätzlicher Durchgangsverkehr
- Notwendige Anbindung (Variante 6) nur für Umweltverbund und Blaulichtfahrzeuge.
- Höhenbeschränkte S-Bahn Unterführungen um Schwerlastverkehr auf der Autobahn zu halten.
- Ein Freiham Moratorium d.h. ÖPNV Ausbau vor Weiterbau in Freiham.
- U5-Verlängerung bis Freiham vor Bau des 2. Realisierungsabschnitt in Freiham.
- Verstärkung/Ausbau der S-Bahnen S8, S4 vor Baubeginn des 2.Realisierungsabschnitt.
- Besser getaktete Buslinien so lange der Ausbau/Bau von S-Bahnen und U-Bahn nicht erfolgt sind.
- Tram 17 Verlängerung aus der Planung nehmen. Gelder auf den Bau der U5 fokussieren.
- Aufbau eines „echten“ Radwegenetzes im 22ten statt nur Hinweisschilder.
Echte, ergebnisoffene Bürgerbeteiligung
- Frühzeitige Einbindung der Bürger bevor fertige Konzepte vorliegen.
- Bürgerworkshops mit der Möglichkeit, eigene Alternativen zu entwickeln und nicht aus vorhanden Konzepten auszuwählen.