Im gesamten 22. Stadtbezirk stehen wir vor großen infrastrukturellen Herausfoderungen.
Wesentliche Punkte aus unserer Sicht sind
- Freiham ist ungenügend in das Verkehrssystem im Münchner Westen eingebunden
- ein alle Verkehrsarten umfassendes Gesamtkonzept ist nicht erkennbar
- Die Verkehrsinfrastruktur kann mit dem Bevölkerungswachstum (mit 85,4 % 2024 bis 2045 höchstes prognostiziertes Wachstum aller Münchner Stadtbezirke) nicht mithalten
„Extreme Veränderungen durch Entwicklung eines neuen Stadtteils
Mit Freiham entsteht im 22. Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied ein ganz neuer Stadtteil zwischen Neuaubing, der Autobahn A99 West und den S-Bahn-Trassen nach Geltendorf sowie Herrsching. Zum Teil sind bereits Bauabschnitte realisiert worden. Der geplante Neubau von weiteren rund 17.000 Wohnungen steht bis 2040 noch aus. Der Umfang macht dabei rund 15 Prozent der für den Zeitraum 2018 bis 2040 angenommen Neubautätigkeit Münchens aus.
Verdoppelung der Bevölkerung
Die Bevölkerung wird sich im Prognosezeitraum verdoppeln. Bereits seit Ende 2010 ist die Bevölkerung von rund 39.000 auf fast 46.800 Menschen im Basisjahr 2017 angewachsen. Das weitere Wachstum wird bis zum Jahr 2040 auf 91,5 Prozent prognostiziert. Der Stadtbezirk wird dann knapp 90.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Insbesondere die jüngeren Altersgruppen werden sich gegenüber heute zum Teil mehr als verdoppeln….
…Aubing-Lochhausen-Langwied wird zukünftig der mit Abstand am stärksten wachsende Stadtbezirk Münchenssein. Viele neue Einwohnerinnen und Einwohner aller Altersklassen werden
den Stadtbezirk vor neue Herausforderungen stellen.“
Quelle: Demografiebericht München – Teil2 (2025)
Die Infrastruktur(auch die Soziale) ist bis dato nicht ausreichend berücksichtigt und vorbereitet.
Zum Vergleich: v.a. durch den Ausbau und Bezug von Freiham, aber auch durch die anderen oben dargestellten Maßnahmen wird ein Zuwachs von rund 43.000 Einwohnern im Stadtbezirk (!) – hier vor Haustür – prognostiziert. Die Stadt Garmisch-Partenkirchen hat (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Einwohnerzahlen) 28.305 Einwohner, die Stadt Germering hat 40.916 Einwohner und die Stadt Coburg 41.064 Einwohner. Ein kurzer gedanklicher Vergleich der Infrastruktur (Anzahl Schulen, weiterführende Schulen, Schwimmbäder, Parks….) mit unserem Stadtbezirk. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen.
Die ÖPNV-Erschliessung läuft der Bevölkerungsentwicklung massiv hinterher
- U5-Ausbau progn. Anfang der 2040er Jahre
- viergleisiger Ausbau der S4 noch unbestimmt. Vorplanungen haben in 2025 begonnen
- Ein Radwegenetz ist nicht erkennbar
- Die Verlängerung der Tram 17 bis Freiham wird weiter im Nahverkehrskonzept gelassen obwohl es keine Aussicht auf Realisierung gibt. Sie muss damit in allen Planungen berücksichtigt werden, wird aber nie kommen.
Ein ideologiefreies, umfassendes und realisitisches Verkehrs-/Mobilitätskonzept mindestens für den 22. Stadtbezirk, besser für den gesamten Münchner Westen.
Keinen zusätzlichen Durchgangsverkehr
- Notwendige Anbindung (Variante 6) nur für Umweltverbund und Blaulichtfahrzeuge.
- Die S-Bahn Unterführungen höhenbeschränken um Schwerlastverkehr über die Autobahn zu leiten.
ÖPNV Ausbau vor Weiterbau in Freiham („Moratorium“)
- U5-Verlängerung bis Freiham vor Bau des 2. Realisierungsabschnitt in Freiham
- Verstärkung/Ausbau der S-Bahnen S8, S4 vor Baubeginn des 2.Realisierungsabschnitt
- besser getaktete Buslinien so lange der Ausbau/Bau von S-Bahnen und U-Bahn nicht erfolgt sind..
- Tram 17 Verlängerung aus der Planung nehmen. Gelder auf den Bau der U5 fokussieren.
Aufbau eines „echten“ Radwegenetzes im 22ten statt nur Hinweisschilder.
Echte, ergebnisoffene Bürgerbeteiligung
- Frühzeitige Einbindung der Bürger bevor fertige Konzepte vorliegen.
- Bürgerworkshops mit der Möglichkeit, eigene Alternativen zu entwickeln und nicht aus vorhanden Konzepten auszuwählen.